Demografischer Wandel

Es werden immer weniger Kinder geboren, die Bevölkerung altert, Familienstrukturen ändern sich, Menschen wandern ein, Landstriche dünnen aus. Der Demografische Wandel verändert unsere Gesellschaft tiefgreifend.

In diesem Abschnitt bieten wir Ihnen Fakten zum Demografischen Wandel in Deutschland auf einen Blick. Zudem erfahren Sie, welche Bedeutung die demografische Entwicklung für die unterschiedlichen Politikbereiche hat:

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Zahlen und Fakten zum Demografischen Wandel in Deutschland auf einen Blick

Kinder und Familie

  • Seit 1972 werden in Deutschland weniger Menschen geboren als im selben Jahr sterben.
  • Mit heute durchschnittlich rund 1,4 Kindern je Frau ersetzt die Kindergeneration in Deutschland die Elterngeneration nicht.
  • Praktisch kein europäisches Land erreicht mehr ein Geburtenniveau, das notwendig wäre, um die Bevölkerungszahl ohne Zuwanderung zu halten.
  • Eltern werden immer älter: Westdeutsche Frauen waren 1980 bei der Geburt ihres ersten Kindes durchschnittlich 25,0 Jahre alt, 2013 waren es bereits 31,0 Jahre. In Ostdeutschland hat sich das durchschnittliche Alter der Mütter bei Erstgeburt im gleichen Zeitraum von 22,3 auf 29,9 Jahre erhöht.
  • Bei den zwischen 1964 und 1968 geborenen Frauen liegt der Anteil der Kinderlosen in Westdeutschland mit 22% doppelt so hoch wie in Ostdeutschland (11%) und zählt damit zu den höchsten weltweit.

Alter

  • Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt hat sich in Deutschland seit 1871/1880 mehr als verdoppelt: bei den Männern von 35,6 auf 77,7 Jahre in 2010/2012, bei den Frauen im gleichen Zeitraum von 38,5 auf 82,8 Jahre.
  • Dies entspricht einem Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung von fast drei Monaten pro Jahr.
  • Die Anzahl der über Hundertjährigen in Deutschland ist rapide angewachsen: Lebten im Jahr 1970 etwa 370 Menschen im Alter von über hundert Jahren, waren es 30 Jahre später bereits rund 6.000. Bis 2012 stieg die Zahl der Centenarians dann um mehr als das doppelte an (rund 14.000).

Migration

  • Ohne Nettozuwanderung würde die Bevölkerungszahl in Deutschland schon seit 1972 sinken.
  • Zwischen 1991 und 2013 sind rund 21 Millionen Menschen nach Deutschland gezogen. Im gleichen Zeitraum haben rund 16 Millionen Menschen Deutschland verlassen. Somit ist ein Wanderungsgewinn von knapp 5 Millionen Personen zu verzeichnen.
  • Im Jahr 1970 gab es in Westdeutschland fast drei Millionen Ausländer. Dies entsprach einem Anteil von 4,9 Prozent an der Bevölkerung. 2014 lebten knapp 8,2 Millionen Ausländer in Deutschland, das waren circa 10,1 Prozent der Bevölkerung.
  • Von 1991 bis 2012 ging die ostdeutsche Bevölkerung durch die Ost-West-Wanderung um rund 1,1 Millionen Menschen zurück.

Konsequenzen

  • Das mittlere Alter der Bevölkerung in Deutschland betrug 1910 noch 23,6 Jahre, 2013 waren es bereits 44,2 Jahre. Für das Jahr 2030 ist ein mittleres Alter von über 47 Jahren zu erwarten.
  • Die Bevölkerungszahl und insbesondere die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter werden deutlich sinken.
  • Diese demografische Entwicklung hat weit reichende gesellschaftliche und sozioökonomische Folgen. Fast alle Politikbereiche werden davon betroffen sein.