Methodische Grundlagen

Abhängigkeitskonzepte bei der statistischen Beschreibung des demografischen Wandels
Rafael Weißbach

Kurze Projektbeschreibung:
Das wesentliche Werkzeug der Statistik ist die Unabhängigkeit. Die Stichprobe unabhängiger Beobachtungen ermöglicht die einfache Bestimmung von Konfidenzintervallen der Modellparameter. Die häufige Verletzung der Annahmen hat viele Schätzmethoden hervorgebracht, die der Abhängigkeit Rechnung tragen. Etwa in Klumpenstichproben ist die Inter-Cluster-Correlation zu berücksichtigen und für metrisch-skalierte Merkmale haben Weißbach & Herzog 2010 dafür Berechnungsvorschriften vorgeschlagen:

» Weißbach & Herzog 2010

Für die demografischen Determinanten Mortalität, Morbidität, Fertilität und Migration werden aber im Querschnitt Merkmale häufig nominal-skaliert gemessen. Die Adaption der Berechnungsvorschriften, illustriert an einem Morbiditätsmerkmal, wird voraussichtlich in Kürze im Wirtschafts- und Sozialstatistischen Archiv erscheinen. 

Weitere Informationen unter: link.springer.com

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Methodological Issues in Mortality Research and Biodemography
Trifon Missov, James W. Vaupel, Adam Lenart, Carlo Giovanni Camarda und Oskar Burger

Kurze Projektbeschreibung:
The project focuses on methodological issues in mortality (implications of mortality plateaus, characterization of model-based life expectancies, model estimation of mortality surfaces, goodness-of-fit tests for the Gompertz distribution) and biodemography (optimal life strategies for semelparous species, the Strehler-Mildvan correlation in evolutionary perspective). (laufendes Projekt)

Weitere Informationen unter: www.demogr.mpg.de

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The Threshold Age in Demographic Dynamics
Trifon Missov

Kurze Projektbeschreibung:
A threshold age exists in many age-related distributions that are affected by changes in certain demographic measures. This project aims at formulating conditions under which this age exists, determining its relevant properties and exploring its applications.

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Vorhersagen in Wahrscheinlichkeit
Rafael Weißbach

Kurze Projektbeschreibung:
Mit der Überlebenszeitanalyse kann der demografische Wandel als Regressor in Hazard-Modellen für das individuelle Überleben definiert werden. Mittels der Modelle kann dann Mortalität, wenn auch nur in Wahrscheinlichkeit, vorhergesagt werden. Um dem in der Praxis häufigen Fehlen von Beobachtungen Rechnung zu tragen, müssen zum einen in gängiger Software die Schätzmethoden angepasst werden und zum andere die Schätzer theoretisch gerechtfertigt werden.

Publikationen unter:
- dx.doi.org/10.1016/j.jspi.2014.02.013
- dx.doi.org/10.1007/s00362-013-0515-0
- dx.doi.org/10.1016/j.spl.2014.03.010
- dx.doi.org/10.1007/s10182-012-0194-5

Manchmal ist selbst die Frage, ob Beobachtungen fehlerbehaftet sind, nicht offensichtlich und Verfahren zu deren Entdeckung konnten aufbauend auf Arbeiten von Tony Lancaster aus den 1990er Jahren weiterentwickelt werden:

» dx.doi.org/10.1016/j.jeconom.2014.01.004

Neben der Mortalität sind in der Demografie mehr-Zustands Phänomene wie Fertilität, Morbidität und Migration zu modellieren, um den demografischen Wandel messbar zu machen. Wie im Fall der Mortalitäts- bzw. Überlebenszeitanalyse überlagern sich eventuell Effekte des demografischen Wandels zum Beispiel mit altersspezifischen Effekten. Die Entkoppelung in Modellen erfordert zum Teil computer-intensive Algorithmen:

» dx.doi.org/10.1093/biomet/asr067
» dx.doi.org/10.1016/j.jkss.2012.11.001