Sterblichkeit und Gesundheit

Demenzen
Gabriele Doblhammer, Anne Fink, Thomas Fritze, Michael Nerius

Kurze Projektbeschreibung:
Die meisten Demenzerkrankungen sind mit dem Alter verbunden: Ihre Prävalenz  verdoppelt sich in der Altersgruppe über 65 etwa alle fünf Jahre für Frauen und alle sechs Jahre für Männer. Die zunehmende Zahl älterer Menschen in Deutschland wird daher zu einem Anstieg der Patienten mit Demenzerkrankungen führen: Prognoseszenarien gehen von bis zu drei Millionen im Jahr 2050 aus, je nach Anstieg der Lebenserwartung und Fortschritte in der Prävention und Behandlung von Demenzen. Die demografischen und epidemiologischen Untersuchungen basieren auf sozialwissenschaftliche Erhebungen, Bevölkerungsstatistiken und anonymisierte Daten der gesetzlichen Krankenkassen. Auf Grundlage dieser Daten werden die aktuelle Lage erfasst und Prognosen erstellt. Im Blick ist dabei nicht nur die bundesweite Situation, regionale Studien geben Auskunft über die räumliche Verteilung der Demenzerkrankungen und ihrer Risikofaktoren. Im Zentrum der Studien stehen Risikofaktoren von Demenzen, wie Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, Depressionen, aber auch Verletzungen der Extremitäten. Untersucht werden deren Auswirkungen auf die Inzidenzen von Demenz, Pflegebedarf und Tod. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenhang von Medikation, Demenzrisiko und Sterblichkeit, sowie auf der Parkinson Erkrankung. Die Forschung wird in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn und Rostock durchgeführt.

Weitere Informationen unter: www.dzne.de (Bonn) und www.dzne.de (Rostock)

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European Divergence and Convergence in the Causes of Death
Gabriele Doblhammer und Pavel Grigoriev

Kurze Projektbeschreibung:
In den letzten 40 Jahren gab es zwischen Ost- und Westeuropa erhebliche Unterschiede in der Lebenserwartung. Das von der DFG finanzierte Projekt "European Divergence and Convergence in Causes of Death" zielt darauf ab, neue Daten für Trends in den Todesursachen bereitzustellen und untersucht den Zusammenhang zwischen Gesundheitspolitik und unterschiedlichen Mortalitätstrends.

Das Projekt besteht aus vier Teilen:

1. Die Analyse der "Gesundheitskrise" in der ehemaligen USSR soll vervollständigt und um die osteuropäischen Staaten Ukraine, Weißrussland und Moldawien erweitert werden.

2. Deutschland eignet sich als hervorragendes Beispiel um Unterschiede in den Gesundheitstrends zwischen Ost- und Westdeutschland vor und nach der Wiedervereinigung zu illustrieren. Um die Vergleichbarkeit zwischen beiden deutschen Staaten zu gewährleisten, sollen die Todesursachenstatistiken beider Teile harmonisiert und eine zusammenhängende Datensammlung ab 1960 bereitgestellt werden.

3. Es werden Mortalitätsunterschiede über einen Zeitraum von 40 Jahren für 100 russische Gebiete nach Todesursachen sowie gegenwärtige sozio-kulturelle Ungleichheiten in Litauen betrachtet.

4. Schließlich sollen die rekonstruierten Zeitreihen mit sozio-ökonomischen Indikatoren und effektiven Gesundheitspolitiken zusammengeführt werden und dienen somit als Basis zur Gewinnung neuer Erkenntnisse über Gesundheitsübergänge und zur Neubewertung der Reliabilität des Divergenz-Konvergenz Konzeptes.

Weitere Informationen unter: www.wiwi.uni-rostock.de

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Family and Health in Europe: A Gender Approach
Gabriele Doblhammer and Jordi Gum

Springer Brief in Population Studies

This book aims at offering an integral knowledge about the relationship between family and health in Europe incorporating a gender perspective. The family is a contextual factor which is being more and more studied as a social determinant of health inequities in western populations. In advanced societies, the family remains a basic institution of resource distribution in addition to the labour market and the state. Indeed, the welfare state in some cases plays a subsidiary role to that of the family like in the Southern European countries.
Within households, family members differ in their access to resources and their assigned responsibilities. These inequities, which reflect gender contracts defined within the household, may result in differences in how family is related to health for men and women. Thus the gender approach is central to unravel the link between family characteristics and health.
Moreover, the intensity of these inequities is related to the social and cultural characteristics of each country. European countries differ in terms of gender inequity which suggests that also the relationship between family and health should differ. Therefore this book not only provides a European wide comparison but also focuses on selected Middle and Southern European countries, which have so far been understudied. Shedding light on the complex interrelationship between family and health will be important to define future policies in terms of gender and public health.
The book consists of five case studies for Germany, Austria, and Italy, and selected EU countries related to different welfare state and gender regimes. The studies explicitly incorporate both the aspects of gender and family in the study of health, provide a European-wide overview, extend knowledge to Middle- and Southern European countries with welfare state centred on the family, address different concepts of health and explore differences within countries by cohabitation, step-families and ethnic groups.

The book is expected to be published in 2016.

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Frühe Lebensumstände und kognitive Leistungsfähigkeit im Alter 
Gabriele Doblhammer und Thomas Fritze

Kognitive Beeinträchtigungen im Alter sind mit hohen Kosten für die Gesellschaft verbunden. Während in der Demenzforschung vaskuläre Risikofaktoren im mittleren Lebensabschnitt im Vordergrund stehen, widmet sicher dieser Forschungsbereich dem Zeitpunkt der Geburt. Basierend auf den Theorien der metabolischen Programmierung des Fötus durch Umwelteinflüsse (fetal programming), des Missverhältnisses von Umwelteinflüssen während der Entwicklung des Fötus und der ersten Lebensjahre (thrifty phenotype), sowie der Lebenslaufepidemiologie untersuchen die Studien exogenen Indikator früher Lebensumstände. Darunter fallen Indikatoren wie Hungersnöte, Epidemien und makro-ökonomischen Fluktuationen, aber auch das Geburtsmonat. Auf Basis von Daten der größten gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland und dem „Survey of Ageing Health and Retirement in Europe (SHARE)“ wird der Zusammenhang von frühen Lebensereignissen und später Gesundheit untersucht.

Weitere Informationen unter: journals.plos.org

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Lebenserwartung in Deutschland: Trends, Prognose, Risikofaktoren und der Einfluss ausgewählter Medizininnovationen
Gabriele Doblhammer, Elena Muth und Anne Kruse

Kurze Projektbeschreibung:
In den letzten 120 Jahren ist die Lebenserwartung in Deutschland um durchschnittlich 44 Jahre angestiegen. Dieser Anstieg hat vielfältige Ursachen. Neben Veränderungen des individuellen Verhaltens und der Entwicklung eines verstärkten Gesundheitsbewusstseins haben auch medizinische und technische Entwicklungen, insbesondere medizinische Innovationen und Entwicklungen im Bereich der Arzneimittelindustrie, einen Beitrag zum Rückgang der Sterblichkeit geleistet. Das Projekt wurde vom Verband forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) in Auftrag gegeben.
Die Studie gibt einen Überblick über die Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland im internationalen und regionalen Vergleich und über Lebenserwartungsprognosen der deutschen Bevölkerung bis zum Jahr 2050. Zudem zeichnet sie die Sterblichkeit nach ausgewählten Todesursachen zwischen 1982 und 2006 nach und stellt diese Trends in Zusammenhang mit medizinischen Innovationen dar. Es werden die wichtigsten Risikofaktoren der Sterblichkeit identifiziert und soziale Unterschiede in der Lebenserwartung aufgezeigt.

Auf den Projektbericht kann über das Informationsportal des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller zugegriffen werden: www.vfa.de

Weitere Informationen unter: www.wiwi.uni-rostock.de

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MAGGIE – Major Aging and Gender Issues in Europe
Gabriele Doblhammer

Kurze Projektbeschreibung:
Das durch das 6. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission finanzierte Projekt identifizierte und analysierte Indikatoren der Lebensqualität im Alter. Dabei lag der Schwerpunkt auf geschlechterbezogenen Unterschieden und deren Ursachen.
Ziel war es, zukünftige geschlechtsspezifische Unterschiede in der Lebensqualität vorauszusagen und Maßnahmen zu deren Reduzierung zu evaluieren. Dazu wurden die objektive Lebensqualität jetziger und zukünftiger Personen im hohen Alter – gemessen über die Indikatoren Gesundheit, wirtschaftliche Ressourcen, Familiensituation und soziale Integration - der persönlichen Wahrnehmung der Lebenssituation einer Person gegenübergestellt.
Es wird angenommen, dass die Ursache von Geschlechtsunterschieden im Lebenslauf des Einzelnen liegt. Von besonderer Bedeutung sind hierbei, wie berufliche Karriere und Familienleben in Einklang gebracht wurden. Ebenso zählen der Umgang mit bedeutenden Ereignissen wie Ruhestand, Witwenschaft, gesundheitlicher Verschleiß und Umzug in Altersruhesitze.
Darüber hinaus werden geschlechterspezifische Unterschiede in der Lebensqualität durch den sozio-kulturellen Kontext geformt. Politiken, sowohl auf nationaler, als auch auf EU-Ebene, spielen hier eine zentrale Rolle und wurden in international vergleichenden Studien analysiert.

Weitere Informationen unter: www.wiwi.uni-rostock.de

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RESPONSE: Partnerschaft für Innovation in der Implantattechnologie
Gabriele Doblhammer

Kurze Projektbeschreibung:
Innovative Implantate für die Organsysteme Herz-Kreislauf, Auge und Ohr leisten einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung und insbesondere zur Erhöhung der Lebensqualität der alternden Bevölkerung. Im Rahmen des interdisziplinären Projektes RESPONSE, zur Entwicklung neuer minimalinvasiver Implantattechnologien, soll der Bedarf und die Nachfrage abgeschätzt werden, sowie statistische Analysen zu Auswirkungen von Implantaten auf Morbidität, Pflegebedarf und Langlebigkeit auf Bevölkerungsebene durchgeführt werden. Mittels Daten der gesetzlichen Krankenkassen wird die Implantatversorgung in Deutschland gemessen. Auf Basis von Längsschnittanalyse wird der Outcome der Implantatversorgung im Hinblick auf Morbiditätsreduktion, Reduktion des Pflegebedarfs und Verlängerung der Lebensspanne evaluiert. Unter Verwendung von Reha-Daten der Rentenversicherung soll der Erhalt der Erwerbsfähigkeit durch Implantatversorgung abgeschätzt werden.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Weitere Informationen unter: www.response.uni-rostock.de

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TEMOA – Teilhabe und Mobilität im Alter
Gabriele Doblhammer und Thusnelda Tivig

Kurze Projektbeschreibung:
Körperliche Bewegung und soziale Teilhabe wirken sich positiv auf physische und kognitive Gesundheit im Alter aus. Umgekehrt können die Risiken von Demenz, Pflegebedürftigkeit und Sterblichkeit von eingeschränkter Mobilität und fehlenden sozialen Kontakten erhöht werden.
Der erste Teil des Projekts untersucht anhand neuer Daten, wie stark eingeschränkte Mobilität das Risiko für Demenz erhöht und wie Demenz und Mobilitätseinschränkungen zusammen aufeinander sowie auf Pflegebedarf und Sterblichkeit wirken. Daraus ergeben sich Ansatzpunkte, wie Demenz, Pflegebedarf und Sterblichkeit auf längere Aufrechterhaltung der Mobilität, z.B. durch innovative Assistenzsysteme, reagieren.
Der zweite Teil untersucht zunächst, wie groß das Potential neuer Assistenzsysteme zur Erhaltung der Mobilität ist. Außerdem geht es darum, wie sich informelle Pflege Angehöriger die Erwerbsbeteiligung Älterer beeinflusst und wie groß das Betreuungspotenzial Älterer durch Ältere ist und mit welchen Folgen für den Arbeitsmarkt eine verstärkte Pflegebeteiligung Älterer verbunden wäre.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Weitere Informationen unter: www.wiwi.uni-rostock.de