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Lehre

Mit den folgenden Seiten wollen wir über die Disziplin Demografie sowie über die Inhalte, Möglichkeiten und Perspektiven eines Demografie-Studiums informieren. Weiterhin möchten wir auf Lehrangebote im Bereich Demografie und im Bereich Bevölkerungswissenschaft an deutschen Universitäten verweisen. Diese Sektion ist in folgende Abschnitt unterteilt:

Demografie – eine nicht neue, aber neu entdeckte und spannende Disziplin

Wer in ein Lehrbuch der Demografie blickt, sieht viele Formeln und Kurven. Wer jedoch meint, Demografie sei nur trockene Mathematik, der sollte noch genauer schauen. Denn in den Berechnungen, in den Kurven steckt jede Menge Leben.

Tatsächlich beschäftigen sich Demografen mit der Größe, mit der Zusammensetzung und mit den Entwicklungen von Bevölkerungen und setzen dafür ein Repertoire an mathematischen und statistischen Methoden ein, die fortwährend weiter entwickelt werden. Doch Bevölkerungen ändern sich in ihrem Umfang, ihrer Struktur und ihrer Dynamik dadurch, dass Menschen geboren werden, dass Menschen sterben und dass Menschen wandern und ihren Wohnort wechseln. Und so kommt Leben in die Forschung: Denn Demografen sammeln und analysieren für ihre Untersuchungen die wesentlichen Ereignisse des Lebenszyklus und gewichtige Lebenserfahrungen: Geburt, Heirat, Scheidung, Familiengründung, Zusammenleben, Ausbildung, Erwerbstätigkeit, Altern, Migration, Tod.

Wir möchten über ein Fach informieren, das in Deutschland lange unbeachtet blieb. Bevölkerungsfragen haben in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg bei vielen Menschen Unbehagen ausgelöst – zu schwer wog die Last der unmenschlichen und verheerenden Bevölkerungspolitik des Dritten Reiches. Die Disziplin der Demografie hat sich in Deutschland nicht in gleicher Weise entwickelt wie in anderen europäischen Ländern – einem Studium der Bevölkerungswissenschaften konnte man sich nur über ein Studium in den Sozialwissenschaften oder in den Wirtschaftswissenschaften nähern. Aufgrund der Brisanz der alternden Gesellschaft und ihrer Auswirkungen auf viele Lebensbereiche, auf die Gesellschaft, auf die Wirtschaft und die Politik erfährt nun die Demografie mit ihren Ansätzen, Methoden und Ergebnissen eine neue, bisher in Deutschland ungekannte Beachtung.

Demografische Veränderungen sind nicht unabhängig von Veränderungen der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Politik zu sehen. Daher liegt es nahe, dass die Demografie Schnittmengen mit einer Reihe von Disziplinen bildet: mit der Soziologie, Ökonomie, Politologie, Anthropologie, Geschichtswissenschaft, Psychologie, Medizin oder Ökologie. Die Einbindung der Erkenntnisse dieses weiten Spektrums an Disziplinen ist wichtig, um die demografischen Prozesse in ihren Ursachen und Konsequenzen zu verstehen.

Was macht die demografische Forschung aus? Mit welchen Fragen beschäftigt sie sich? Welche Methoden setzt sie ein? Wie sieht ein demografisches Studium aus? Wo kann man Demografie studieren? Was sind die Voraussetzungen und mit welcher Qualifikation steht man am Ende des Studiums da? Und nicht zuletzt: Was kann man damit werden?

Kristín von Kistowski