Was ist Demografie?

Auf einen einfachen Nenner gebracht: Demografen untersuchen die Struktur und Dynamik von Populationen. Dabei haben sie die Bevölkerung in einzelnen Ländern oder Ländergruppen ebenso im Blick wie individuelle Lebenszyklen.

Demografische Entwicklungen werden von biologischen, sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Faktoren beeinflusst. Umgekehrt verändern die Entwicklungen der Geburtenzahl (Fertilität), der Lebensdauer, der Sterblichkeitsrate (Mortalität) sowie der Zu- und Abwanderung (Migration) die Grundlagen einer Gesellschaft. Demografische und gesellschaftliche Prozesse stehen also in einer engen Wechselwirkung.

Die Demografie ist Grundlagenforschung mit einem starken Praxisbezug: Sie stellt in Form von Datensammlungen, wissenschaftlichen Studien und Gutachten Wissen über demografische Prozesse zur Verfügung. Dieses Wissen ist wiederum eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Gestalter in Politik, Wirtschaft und Sozialwesen.

Aufgrund ihres synoptischen Charakters ist die Demografie als Fach grundsätzlich interdisziplinär ausgerichtet: Sie integriert Methoden beispielsweise aus Mathematik und Statistik, aus Biologie und Medizin, aus Anthropologie, Ethnologie und Soziologie, aus den Wirtschaftswissenschaften, der Politologie und der Geschichtswissenschaft. Und sie gibt ihrerseits Impulse für neue Forschungsansätze in diesen Disziplinen.

Die Demografie erzielt wesentliche Erkenntnisse, indem sie in verschiedenen Ländern die Bevölkerungsstrukturen, die sich daraus ergebenden Probleme und die Bewältigungsstrategien gesellschaftlicher Akteure analysiert und vergleicht. Internationalität ist insofern ein wichtiges Merkmal demografischen Arbeitens.